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Wer hier dahinter steckt

VS_2009_Koeln

Volker Schürmann, geb. 1960 in Dortmund, Ruhrgebiet, Westfalen.
Prof. Dr. phil., Professur für Philosophie, insbesondere Sportphilosophie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Dies seit 2009; zuvor:
Studium der Mathematik, Philosophie und Erziehungswissenschaften in Bielefeld
(1. Staatsexamen: 1987).
1989-2000 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen (Philosophie, Sportwissenschaft; Promotion: 1992, Habilitation Philosophie: 1998).
1999 Preis zur Förderung der Studien in der dialektischen Philosophie der Universität Groningen/NL.
2001-2009 Leitung des Fachgebietes Sportphilosophie/Sportgeschichte der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig.

Bisherige Monographien:
Schürmann, Volker (2017): Sportsgeist [Bibliothek Mediale Moderne]. Berlin: lehmanns media.
Schürmann, Volker (2016): Naturdialektik als kritische Prozess-Ontologie. (Tätigkeitstheorie. E-Journal, Heft 13/2015). Hg. v. G. Rückriem & H. Giest. Berlin: lehmanns media.
Schürmann, Volker (2014): Souveränität als Lebensform. Plessners urbane Philosophie der Moderne. München: Fink.
Schürmann, Volker (2011): Die Unergründlichkeit des Lebens. Lebens-Politik zwischen Biomacht und Kulturkritik. Bielefeld: transcript.
Schürmann, Volker (2003 [2001]): Muße (überarb. Aufl.) (Bibliothek dialektischer Grundbegriffe, 7). Bielefeld: transcript.
Schürmann, Volker (2002): Heitere Gelassenheit. Grundriß einer parteilichen Skepsis. Magdeburg: Edition Humboldt.
Schürmann, Volker (1999): Zur Struktur hermeneutischen Sprechens. Eine Bestimmung im Anschluß an Josef König. Freiburg/München: Alber [Habilitationsschrift].
Schürmann, Volker (1993): Praxis des Abstrahierens. Naturdialektik als relationsontologischer Monismus. Frankfurt a.M./ Bern u.a.: Lang [Dissertation].

Näheres unter DSHS/Institut für Pädagogik & Philosophie

Veröffentlichungen auch direkt unter DSHS/FIS

Etwas zum Selbstverständnis

Man soll nicht mit der Tür ins Haus fallen. Daher gehört das folgende Bekenntnis nicht auf die Startseite. Aber mir scheint, es könnte hilfreich sein, das Anliegen von MedialeModerne zu verstehen.

Ein Gravitationszentrum dieser Gesellschaftstheorie ist Individualität. Alles dreht sich um den Schutz der Freiheit des | der Einzelnen. Das Versprechen der Moderne ist der Schutz der unaustauschbaren Einmaligkeit | der Würde des Individuums, und die hier leitende Grundüberzeugung besteht darin, dass alle kleinen, großen und unfasslichen Verletzungen dieses Versprechen nicht gegen das Grundprinzip selber sprechen.

Historisch wissen wir, dass es nicht so ist, dass Menschen einmalig sind – Sklaven, Frauen, Kinder, Behinderte sind vormodern als austauschbare Mittel behandelt worden. Unaustauschbar einmalig waren die Freien. Die waren sich häufig einig, dass es klug ist, die Mittel der Reproduktion des eigenen freien Lebens gut zu behandeln. Auch und gerade das ändert nichts an deren Status des Nicht-Freien. Personalität und Schutz der Würde war ein Privileg, und da ist gute Moral ein unverzichtbares Vehikel, aber taugt nicht zur Änderung von Geltungstatsachen. Mit den Bürgerlichen Revolutionen ist der Schutz der Würde ein Rechtsanspruch.

Nun gelten wir alle als Person | Wir wollen und sollen uns alle wechselseitig als unaustauschbar-einmalig behandeln. – Dies ist der politische Gehalt der sog. „kopernikanischen Wende“ der Kantschen Transzendentalphilosophie: Strikt festzuhalten an dem Unterschied von Genese und Geltung, und daran, dass „gelten“ kein bloß theoretisches Problem ist, weil ein gelten als ein traktieren, ein behandeln als ist.

Es gibt somit eine unverrückbare Übereinstimmung mit dem Grundanliegen des Politischen Liberalismus: Das Gravitationszentrum Individualität ist dasselbe. Die Durchführung ist hier aber die direkt gegenteilige. – Der Politische Liberalismus konzipiert das Individuum als Atom. Er will und kann (als bürgerliche Ideologie, sage ich) nicht einsehen, dass wir ein Wir konzipieren müssen, um Individualität gut zu konzipieren: Das Ich ist immer ein individuiertes Wir – und das Folgeproblem liegt darin, dass Ich dadurch nicht an das Gängelband eines dann vor-geordneten Wir zu legen (letztlich nach dem Motto: „Du bist nichts, Dein Volk ist alles!“). – Es geht MedialeModerne also auch darum, Individualität gegen alle Holismen | Rousseauismen | Kommunitarismen | Stalinismen in Stellung zu bringen. – Gegen beides, gegen den Politischen Liberalismus und gegen Holismen, braucht es, philosophisch, Leibnizens Monadologie – Monaden sind individuelle Substanzen – und Hegels Wissenschaft der Logik, eine Logik des Geistes (spirit, not mind).

Den explizitesten und radikalsten Ausdruck findet dieses Gravitationszentrum im Kapitel zum Verhältnis von gesellschaftlichen Bedeutungen und persönlichem Sinn in Leont’evs Tätigkeit – Bewusstsein – Persönlichkeit. Leont’ev konzipiert dort eine radikale Nicht-Identität – der persönliche Sinn kann sich nur in gesellschaftlichen Bedeutungen ausdrücken, aber ist prinzipiell nicht darauf zu reduzieren. Mit Leibnizens Monadologie gesprochen: Der persönliche Sinn ist der positionierte individuelle Spiegel der Welt der gesellschaftlichen Bedeutungen. Die Persönlichkeit ist hier, programmatisch, wahrlich individuiertes Wir.
Vgl. dazu das gemeinsam mit Georg Rückriem verfasste Editorial zuA.N. Leont’ev: Tätigkeit – Bewusstsein – Persönlichkeit. Neu übersetzt v. Elena Hoffmann, bearbeitet und hg.v. Georg Rückriem. Berlin: lehmanns media 2012, 7-15.
Editorial Neuübersetzung Leont’ev

Meine akademischen Lehrer

Das Gravitationszentrum Schutz der Freiheit des Individuums habe ich nur vermittels meiner akademischen Lehrer herausbilden können:

  • Hans Heinz Holz | bekannt als hegelianisierender Marxist und Kommunist, der selbst an Stalin noch meinte, Haare retten zu sollen, war durch und durch Leibnizianer – die, die mit ihm zu tun hatten, wurden als individuelle Substanzen behandelt und gewürdigt. Man konnte bei Holz zu Nietzsche promovieren, wenn man denn gut war – obwohl das das direkte Gegenteil von Marxismus ist
  • Kurt Röttgers | ein entschiedener Sym-Philosoph, der in zahllosen Arbeiten zu großen, kleinen und abseitigen Themen einen philosophischen An-Archismus profiliert – in der Grundüberzeugung, dass jeder Archismus (von gr. arche: Grund, Prinzip, Anfang) nur vernünftig tut, wenn er von einem eineindeutigen, letzten, unverrückbaren Grund fabuliert, aber dies mit handfesten praktischen Konsequenzen, nämlich der Existenz von Sachwaltern vermeintlich letzter Wahrheiten
  • Hans Jörg Sandkühler | als Pluralist nicht in zwei Sätzen einzufangen. Für mich der Philosoph einer „Demokratie des Wissens“, so ein sprechender Buchtitel. Das Thema der Menschenrechte und der rechtlich, statt bloß moralisch, verbürgten Geltung des Schutzes menschlicher Würde ist entschieden seines – ich habe es lediglich übernommen

Dass ich dies alles transzendentalphilosophisch, und nicht positivistisch-naturalisierend, behandel, habe ich Werner Diederich, Michael Wolff und Renate Wahsner zu danken.

Eine nachdrückliche Lektüreempfehlung

Dies alles bündelt sich für mich in den letzen Jahren in der Philosophie von Helmuth Plessner. Eines der mir wichtigsten Bücher in diesem Zusammenhang ist und war mir das von
Kai Haucke (2003): Das liberale Ethos der Würde. Eine systematisch orientierte Problemgeschichte zu Helmuth Plessners Begriff menschlicher Würde in den ›Grenzen der Gemeinschaft‹. Würzburg: Königshausen & Neumann.
Ich zitiere hier das Titelbild dieses Buches, das von den Plessnerschen Themen handelt: Takt und Diplomatie als Verkehrsformen des gesellschaftlichen Miteinandermasken

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