Sportphilosophie

Diese Seite dokumentiert eigene Arbeiten zum Verständnis von Modernem Sport und zum Verständnis von Sportphilosophie | Sportwissenschaft.
Der Sport ist das Feld, aus dem heraus die Gesellschaftstheorie der Medialen Moderne einerseits gebildet wurde und wird, und in dem sich diese Gesellschaftstheorie andererseits zu bewähren hat. Dass dieser Zirkel kein logisch schlechter ist, sondern Ausdruck der Grundlosigkeit des Unternehmens Mediale Moderne, ist die Hoffnung, die das Unternehmen trägt.


Leitende Frage ist die nach einer Spezifik | Besonderheit | Eigentümlichkeit des Sports. Es muss, vor allem in normativer Hinsicht, eine solche Eigentümlichkeit geben. Sonst könnten wir nämlich den Unterschied zwischen einer Straßenprügelei oder einem Duell einerseits und einem modernen Boxkampf andererseits nicht gut angeben – ein Boxkampf wäre nichts anderes als eine Straßenprügelei, zivilisiert durch feinere Regeln. Aber das ist es definitiv nicht, sage ich. Ein Boxkampf ist etwas grundsätzlich Anderes als eine Straßenprügelei.

Um das besser zu begreifen, wollen meine Arbeiten zur Sportphilosophie besser verstehen, was die Besonderheit des Sports der Moderne ausmacht. Bisher versuche ich, drei Thesen zu begründen:

  • Der Olympische Sport ist der Prototyp des Sports der klassischen | staatsbürgerlichen Moderne
  • Der Olympische Sport ist die spielerische Inszenierung des Grundprinzips der Bürgerlichen Gesellschaft, freilich unter der Hegemonie der Bürger | Bourgeois. – Der Olympische Sport ist ein Spiegel der Bürgerlichen Gesellschaft – es besteht ein Entsprechungsverhältnis zwischen dem Grundprinzip des Olympischen Sports (Fairness) und dem Grundprinzip der Bürgerlichen Gesellschaft (Würde), freilich unter der Dominanz von Leistungsgerechtigkeit
  • Fairness ist konstitutiv für den Geist des Olympischen Sports, nicht nur regulativ

Konsequenterweise entsteht daraus die Folgefrage, wie sich der (Olympische) Sport im Übergang zur und in der weltbürgerschaftlichen Moderne verändert.
Wofür stehen Doping, Wettbetrug, Korruption, Medaillenspiegel? Wofür stehen die Neuen Bewegungskulturen?

Vorausgesetzt ist dabei ein bestimmtes Grundverständnis dessen, was Sportphilosophie ausmacht. Näheres dazu auf der Seite Sportwissenschaft

Bisher habe ich dazu folgende Beiträge veröffentlicht:

Schürmann, V. (2001a): Menschliche Körper in Bewegung. Zur Programmatik. In: V. Schürmann (Hg.) (2001): Menschliche Körper in Bewegung. Philosophische Modelle und Konzepte der Sportwissenschaft. Frankfurt a.M./ New York, 9-40.

Schürmann, V. (2001b): Die eigentümliche Logik des eigentümlichen Gegenstandes Sport – Vorüberlegungen. In: a.a.O., 262-287.

Schürmann, V. (2002): Verselbständigung des Leibes. Kann der Sport denn Muße sein? In: V. Schürmann (2002): Heitere Gelassenheit. Grundriß einer parteilichen Skepsis. Magdeburg: Edition Humboldt, 197-250.

Schürmann, V. (2003): Zur besorgten Sportethik, die alles beim Alten belässt – aus Anlass zweier Neuerscheinungen. In: Leipziger Sportwissenschaftliche Beiträge 44 (2003) 2, 161-175.

Fikus, M. & Schürmann, V. (2004): Die Sprache der Bewegung. In: M. Fikus & V. Schürmann (Hg.) (2004): Die Sprache der Bewegung. Sportwissenschaft als Kulturwissenschaft. Bielefeld: transcript, 29-68.

Schürmann, V. (2004): Grenzen der Sprache. In: M. Fikus & V. Schürmann (Hg.) (2004): Die Sprache der Bewegung. Sportwissenschaft als Kulturwissenschaft. Bielefeld: transcript, 91-104.

Schürmann, V. (2004): Weltsport in Zeiten der Globalisierung. In: SportZeiten 4 (2004) 2, 7-16.

Schürmann, V. (2005): Sinn der Bewegung – Vorüberlegungen im Anschluß an Plessner. In: M. Lämmer & T. Nebelung (Hg.) (2005): Dimensionen der Ästhetik. Festschrift für Barbara Ränsch-Trill. St. Augustin: Academia, 124-142.

Schürmann, V. (2005): Spielerische Gleichheit. In: Erwägen Wissen Ethik (EWE) 16 (2005) 4, 515-517.

Schürmann, V. (2006): ›Die schönste Nebensache der Welt‹. Sport als Inszenierung des Citoyen. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 54 (2006) 3, 363-382.

Schürmann, V. (2008): Zur Normativität des Sports. In: Spectrum der Sportwissenschaften 20 (2008) 1, 45-63.

Schürmann, V. (2009): Werte-Bildung durch Wettkampfsport. In: R. Mokrosch & A. Regenbogen (Hg.) (2009): Werte-Erzeihung und Schule. Ein Handbuch für Unterrichtende. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 275-281.

Schürmann, V. (2010): Bewegungsvollzüge verstehen. Bausteine einer Hermeneutik des Sports. In: Zeitschrift für Kulturphilosophie 4 (2010) 1, 55-64.

Schürmann, V. (2010): Prototypen. Zur Methodologie einer Hermeneutik des Sports. In: Sport und Gesellschaft 7 (2010) 3, 55-64.

Schürmann, V. (2010): Die Unverfügbarkeit der Bildung. In: C. Kruse & V. Schürmann (Hg.) (2010): Wie viel Bildung braucht der Sport, wie viel Sport braucht die Bildung? Berlin: Lit, 61-73.

Richartz, A. & Schürmann, V. (2011): Körperliche Bildung zwischen Aufklärung und Gegenaufklärung. In: R. Diedrich & U. Heilemann (Hg.) (2011): Ökonomisierung der Wissensgesellschaft. Wie viel Ökonomie braucht und wie viel Ökonomie verträgt die Wissensgesellschaft? Berlin: Duncker & Humblot, 139-165.

Schürmann, V. (2011): Glück im Sport (unter Mitarbeit v.T. Müller-Sladakovic). In: D. Thomae et al. (Hg.) (2011): Glück. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart/Weimar, 103-109.

Schürmann, V. (2011): Zur Geschichtlichkeit von Bewegungskulturen. In: S. Wernsing et al. (Hg.) (2011): Auf die Plätze. Sport und Gesellschaft. (Begleitbuch zur Ausstellung in Dresden vom 16. April 2011 bis zum 26.Februar 2012; Deutsches Hygiene-Museum). Göttingen: Wallstein, 40-45.

Schürmann, V. (2011): Olympische Spiele im Spiegel der Menschenrechte. In: E. Franke (Hg.) (2011): Ethik im Sport. Schorndorf: Hofmann, 61-73.

Schürmann, V. (2011): Sportwissenschaftlich gebildete Sportphilosophie. Ein Plädoyer. In: Philosophische Rundschau 58 (2011) 3, 203-225.

Schürmann, V. (2012): Natürlichkeit oder Fairness? Begründungsstrategien zum Doping-Verbot im Spannungsfeld von Recht und Moral. In: C. Asmuth & C. Binkelmann (Hg.) (2012): Entgrenzungen des Machbaren. Doping zwischen Recht und Moral. Bielefeld: transcript, 75-87.

Schürmann, V. (2012): Sport und Zivilgesellschaft: Zur Einführung. In: V. Schürmann (Hg.) (2012): Sport und Zivilgesellschaft. Berlin: lehmanns media, 7-18.

Schürmann, V. (2012): Sport als Zivilreligion!? In: V. Schürmann (Hg.) (2012): Sport und Zivilgesellschaft. Berlin: lehmanns media, 117-140.

Müller, C. & Schürmann, V. (2012): Bewegung als Medium und als Mittel – Zur Bildungsdimension der bewegten Schule. In: Leipziger Sportwissenschaftliche Beiträge 53 (2012) 1, 9-22.

Schürmann, V. (2012): Olympischer Anzeiger. Plädoyer, den Sport ernst zu nehmen. In: Zeitschrift für Politikwissenschaft 21 21 (2012) 4, 605-612.

Schürmann, V. (2013): Freibriefe zur Perfektionierung? Zur Notwendigkeit klarer Grenzsetzungen. In: E. Meinberg & S. Körner (Hg.) (2013): Doping – kulturwissenschaftlich betrachtet. St. Augustin: Academia, 13-26.

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